Das Grauen von Chatyn ERINNERN

„Der nächste Krieg beginnt, wenn das Grauen des letzten nicht mehr erinnert wird.“ Mit diesen Worten beendete Tatjana Paschkur heute morgen den eindrucksvollen und zugleich sehr nachdenklich stimmenden Besuch in der Nationalen Gedenkstätte der Republik Belarus.

Die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Dorfes Chatyn erinnert an die Zerstörung von über 5.200 weißrussischen Dörfern während des Zweiten Weltkriegs und an die über 2,2 Millionen Opfer der nationalsozialistischen Kriegsverbrechen in Belarus – jeder 3. Belaruse und jede 3. Belarusin wurde Opfer des Krieges und des Faschismus.

Chatyn war ein Dorf ca. 70 km von Minsk entfernt in der Region Minskaja Woblasz. Die Bevölkerung wurde 1943 in einer Strafaktion der SS ermordet und das Dorf niedergebrannt.

Am Vormittag des 22. März 1943 hatten Partisanen in der Nähe von Chatyn die Autokolonne einer sogenannten Schutzmannschaft beschossen. Dabei wurden der Kompaniechef sowie drei ukrainische Angehörige der Schutzmannschaft getötet. Am Nachmittag umstellte eine SS-Einheit gemeinsam mit der Schutzmannschaft das Dorf, besetzten die Häuser, plünderten das Eigentum der Dorfbewohner und trieben diese in einer Scheune zusammen. Dabei vergewaltigten sie auch eine junge Frau und brachten sie danach zu den anderen in die Scheune, setzten diese in Brand und schossen auf die darin eingesperrten Menschen, die dem Feuer zu fliehen versuchten. 152 Personen, darunter 76 Kinder, wurden auf diese Weise ermordet. Nur drei Kinder und der Dorfschmied Josif Kaminskij konnten sich aus der brennenden Scheune retten. An dem Ort wo die Scheune stand ist heute ein Mahnmal das in seiner Form das Scheunendach andeutet.

Dort wo die Häuser standen sind heute die Grundrisse angedeutet und ein Schornstein, der in den Himmel ragt und in dem oben eine Glocke hängt. Alle 30 Sekunden Glockenschläge über das gesamte Gelände die eine sehr dichte Stimmung entstehen lassen.

Josif Kaminskij entdeckte, nachdem die Täter den Ort des Massakers bereits verlassen hatten, seinen sterbenden Sohn unter den Opfern und barg ihn in seinen Armen. Daran erinnert dieses imposante Mahnmal auf dem Gelände der Gedenkstätte.

 

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