„Hunger nach Gerechtigkeit“ – 60. Aktion von Brot für die Welt

Heute Morgen haben wir – die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Ahnatal-Weimar mit einem festlichen Gottesdienst und nach einem umfassenden Begleitprogramm in den letzten Tagen im Kirchenkreis Kaufungen die 60. Aktion von Brot für die Welt eröffnet. 

Unter dem Motto „Hunger nach Gerechtigkeit“ macht Die Aktion „Brot für die Welt“ darauf aufmerksam, dass eine Welt ohne Hunger und Armut möglich ist, dass jeder Mensch das Recht auf Teilhabe im gesellschaftlichen Leben hat, und dass der Schutz von Menschenrechten die Voraussetzung für eine gerechte Welt ist.

2017 kamen durch Spenden und Kollekten fast 62 Millionen Euro zusammen – davon knapp 7 Millionen Euro aus der EKHN und EKKW. Mit Zuschüssen aus Kirchensteuermitteln (alle Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland haben sich verpflichtet 1,5 % der Kirchensteuereinnahmen für den kirchlichen Entwicklungsdienst bereit zu stellen) und dem Bundesentwicklungsministerium standen 2017 über 282 Millionen Euro zur Überwindung von Armut, Hunger und Ungerechtigkeit zur Verfügung. Dazu trägt vor allem auch das hohe Engagement von Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden bei.

In einer gemeinsamen Presseerklärung schreiben die beiden Kirchen:

In ihrer Predigt über Jeremia 23 ging Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß, Dezernentin für Ökumene und Diakonie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Frage nach, wie und durch wen Gerechtigkeit entstehen könne. Jeremia spreche davon, dass der verheißene König Gerechtigkeit schaffen werde. Der Prophet äußere konkret, was diese Gerechtigkeit umfassen solle: Rechtmäßigkeit und Sicherheit, Schutz für Arme und Fremde, Gewaltfreiheit und gerechte Löhne. Jeremia sei sich sicher, dass Friede und Gerechtigkeit bald kommen würden: „Es kommt die Zeit.“ Damit passe – so Brinkmann-Weiß – dieser von Erwartung und Hoffnung geprägte Predigttext gut in die Zeit des Advents. Für Christinnen und Christen stelle sich aber auch die Frage: „Was kann ich tun, was ist mein Beitrag zu mehr Gerechtigkeit auf der Welt?“ Gott habe in Jesus Christus den Menschen einen Weg aufgezeigt, den sie im Glauben gehen könnten. Brinkmann-Weiß räumte ein, dass sich dadurch die Welt nicht gleich zum Besseren wende. Aber zusammen mit dem jüdischen Volk wolle man hoffen und warten auf den Tag, an dem Gottes Frieden für alle sichtbar werde: „Bis dahin wollen wir geduldig und mit kleinen Schritten, mit Mut und Vertrauen das unsere dazu tun, Gott den Weg zu bereiten.“

Ein gutes Beispiel für diese kleinen Schritte sei die Brotbackaktion der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Mit den eingenommenen Spenden würden z. B. Ausbildungsprojekte in El Salvador und Indien unterstützt. Zu den Jugendlichen gewandt, zeigte sich die Ökumene- und Diakoniedezernentin überzeugt: „Diesen guten Projekten helft ihr mit eurer Brotbackaktion ganz konkret. Da entsteht schon jetzt ein Stück Gerechtigkeit.“ Aber auch alle anderen, die für „Brot für die Welt“ spendeten, würden dazu beitragen, dass die Welt gerechter werde. Und alle, die von Menschen in Not erzählten, sei es von Menschen in Tijuana, sei es von Menschen in den Partnerkirchen der Landeskirche in Afrika, in Indien, in Syrien, in Kirgistan und in Estland, oder von Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchten, öffneten damit Herzen und trügen dazu bei, das schon jetzt Gerechtigkeit entstehe. Die Oberlandeskirchenrätin betonte: „Achten wir unsere kleinen Schritte, unsere kleine Kraft nicht gering.“ Denn es komme die Zeit, da Gerechtigkeit sein werde. „Und wir sind bereit für Aufbruch und Veränderung, voller Hoffnung.“, so Brinkmann-Weiß.

An dem Gottesdienst wirkten weiterhin mit: Oberkirchenrat Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Oekumene, Ute und Thomas Dilger sowie Gundula Goldbach, Pfarrerinnen und Pfarrer aus Ahnatal, sowie viele Konfirmandinnen und Konfirmanden. Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst durch den Gospelchor Open Arms aus Niedervellmar unter der Leitung von Thorsten Seifert und Bezirkskantorin Dorothea Harris an der Orgel.

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