Kriegsende vor 75 Jahren – End of the war 75 years ago

Der 8. Mai 1945 gilt als offizielles Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und als „Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“ (Richard von Weizsäcker, 1985). Mehr als 60 Millionen Menschen starben, weite Teile Europas waren zerstört.

May 8, 1945 is considered the official end of the Second World War in Europe and the „day of liberation from the inhuman system of National Socialist tyranny.“ (Richard von Weizsäcker, 1985). More than 60 million people died, large parts of Europe were destroyed.

[to the english translation]

Heute, 75 Jahre später, können wir diesen Tag als Tag der Befreiung feiern und leben in Deutschland und vielen Ländern Europas ohne unmittelbare Kriegsgefahr. Aber Kriege bleiben bis heute weltweit die Hauptursache für Leid und Flucht.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, rief angesichts der aktuellen Corona-Pandemie zu einem weltweiten Waffenstillstand auf. Denn Kriege schwächen Gesundheitssysteme, führen zu Flucht und Unsicherheit, treffen die Schwächsten zuerst. Wir dürfen die Ressourcen, das Geld und die Intelligenz nicht weiter in Aufrüstung verschwenden; wir brauchen diese an so vielen lebensfördernden Stellen!

Sehr eindrucksvoll bringt Sabine Müller-Langsdorf, Referentin für Friedensarbeit im Zentrum Oekumene, in einem inneren Dialog die Gefühle vieler Menschen an diesem Tag zum Ausdruck:

8. Mai 1945.

Wie war es, das Kriegsende?
War dann Frieden?
„Da fing das Elend erst an:
Ausgebombt, keine Wohnung,
der Mann tot, das Kind allein,
Schutt und Asche als Arbeit.“
Sagte meine Oma, die Kriegerwitwe.

Mir sind Bilder im Kopf,
Von den zerstörten Städten,
von den Flüchtlingstrecks.
Geschichten von vergewaltigten Frauen
und den Kindern, die im Schutt spielten.
„War ein guter Spielplatz.“
Sagte mein Vater, das Kriegskind.

Kaum auszuhalten die Bilder
aus den befreiten Konzentrationslagern.
Die ausgemergelten Menschen.
So viel Bosheit und menschliches Vermögen,
grausam und böse zu sein.
Immer noch, immer wieder erfüllt mich das mit Scham.
„Ein Tag der Befreiung ist der 8. Mai,
von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“
Sagte der alte Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

8. Mai 2020

Ich bin im Frieden aufgewachsen.
Seit 75 Jahren kein Krieg in meinem Land.
Dankbar bin ich.
Und höre in den Nachrichten:
Weltweit sind die Militärausgaben gestiegen.
Deutschland erhöht sie in diesem Jahr um 10 %,
das sind fast 50 Milliarden US-Dollar.

Und das im Jahr 2020.
Mit einer Corona-Pandemie.
Sie trifft die Schwachen zuerst:
Die Alten, die Hungernden.
António Guterres, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, sagt:
„Wir müssen die Krankheit des Krieges beenden
und die Krankheit bekämpfen, die unsere Welt verwüstet.
Es beginnt damit, dass wir die Kämpfe überall stoppen.
Und zwar sofort.“

https://www.zentrum-oekumene.de/fileadmin/redaktion/Frieden/2020_Gedenken_Kriegsende_01.pdf

Today, 75 years later, we can celebrate this day as a day of liberation and live in Germany and many European countries without immediate danger of war. But wars remain the main cause of suffering and flight worldwide to this day.

In view of the current corona pandemic, the Secretary-General of the United Nations, António Guterres, called for a worldwide ceasefire. For wars weaken health systems, lead to flight and insecurity, and hit the weakest first. We must not continue to waste resources, money and intelligence on rearmament; we need them in so many life-enhancing places!

In a very impressive way Sabine Müller-Langsdorf, secretary for peace work at the Ecumenical Center, expresses in an inner dialogue the feelings of many people on this day:

May 8, 1945

What was it like, the end of the war?
Was there peace then?
„That was when the misery began:
bombed out, no place to live,
the husband dead, the child alone,
rubble and ashes for work.“
Said my grandmother, the war widow.

I have pictures in my head,
from the ruined cities,
from the refugee camps.
Stories of raped women
and the children playing in the rubble.
„Was a good playground.“
Said my father, the war child.

I can’t stand the pictures.
from the liberated concentration camps.
The emaciated people.
So much malice and human fortune,
to be cruel and evil.
Still, over and over again, it fills me with shame.
„Day of liberation is May 8th,
from the inhuman system of National Socialist tyranny.

Said former President Richard von Weizsäcker.

May 8, 2020

I was raised in peace.
No war in my country for 75 years.
I am grateful.
And I hear it on the news:
Military spending has increased worldwide.
Germany is increasing it by 10% this year,
that’s almost $50 billion.

And that’s in 2020.
With a corona pandemic.
It hits the weak first:
the old, the hungry.
António Guterres, Secretary-General of the United Nations, says:
„We must end the sickness of war
and fight the disease that is ravaging our world.
It begins with stopping the fighting everywhere.
And we do it now.“

 

 

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