Women Empowerment – eine Erfolgsgeschichte

Heute besuchen wir den Konvent der Franziskanerinnen in der Stadt Karamadai und das „Good Shepherd Health Education Centre“. Seit vielen Jahren setzen sich die Schwestern unter der Leitung von Sr. Anila Mathew erfolgreich für Frauenempowerment in Karamadai und den umliegenden Dörfern ein. Unterstützt werden sie dabei von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen wie der Karl-Kübel Stiftung.

Sr. Anila Mathew

„We go to the people, live among them, love them, learn from them, and start with what they have, leading to sustainable development“ – so fassen sie ihre Arbeit zusammen. Die Erfolge im Empowerment von Frauen seit 1977 sind beeindruckend: über 20.000 Frauen haben sie überzeugen können, sich in mehr als  1.500 Selbsthilfegruppen (SHG) zu organisieren; über 60 Frauen aus den SHG haben mittlerweile erfolgreich für Ämter in den Punchayats (dörfliche Selbstverwaltung) und regionalen Regierungen kandidiert; mehr als 650 School dropouts konnten wieder in die Schule eingegliedert werden und haben einen erfolgreichen Schulabschluss; über 700 Kleine Häuser wurden gebaut und weitere 400 repariert; über 650 Toiletten konnte gebaut werden. Kern der Projekte sind die Selbsthilfegruppen von Frauen. Sie haben zwischen 10 und 15 Mitglieder und klären die Frauen über Rechte und staatliche Förderprogramme auf, helfen bei der Antragsstellung für staatliche Unterstützung und haben über die Jahre durch das regelmäßige Sparen von wöchentlich 10 bis 20 Rupien (aktuell liegt der Wechselkurs bei 78 Rupien für 1 Euro) pro Mitglied ein eigene Bank zur Vergabe von Mikrokrediten aufgebaut. Zu geringen Zinsen können Frauen Kredite für die Ausbildung der Kinder, bei Erkrankungen und für den Hausbau bekommen oder um in ein eigenes kleines Gewerbe zu investieren.

Schwester Anila begleitet uns in das kleine Dorf Anna Nagar. Dort leben 70 Familien (350 Einwohner*innen). In 6 Selbsthilfegruppen mit 60 Mitgliedern haben sich Frauen des Dorfes organisiert und berichten stolz und selbstbewußt wie sich ihr Leben und das des Dorfes zum positiven verändert hat. Kleine Gewerbe sind entstanden, in die Bildung der Kinder konnte investiert werden.
Eine junge Frau steht auf und erzählt, dass sie die erste und bisher einzige aus dem Dorf ist, die einen universitären Abschluss hat und dies war nur möglich durch die Unterstützung der Frauengruppen. Seit zehn Jahren ist das „Women Awareness und Development Project“ in dieser Region selbstständig und erhält keine Fördermittel mehr. Das ist ein hervorragender Erfolg und spricht für das Engagement der Frauen.

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