Brot für die Welt verabschiedet Cornelia Füllkrug-Weitzel

Corona bedingt war die Verabschiedung in den Ruhestand immer wieder verschoben worden. Aber gestern war es soweit: in einem Gottesdienst in der Berliner St. Elisabethkirche haben wir Cornelia Füllkrug-Weitzel nach über 20 Jahren als Direktorin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe  in der Ruhestand verabschiedet. Ein bewegender Moment.

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Begegnung mit ihr. Das war noch zu Zeiten des damaligen Amtes für Mission und Ökumene der EKHN – heute unserem  Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW. Ich hatte dort 1997 als Regionalbeauftragter für Mission und Ökumene in der Propstei Oberhessen begonnen. Kurz nach ihrer Wahl zur Direktorin von Brot für die Welt und Ökumenische Diakonie im Jahr 2000 hatte sie unser Leiter Karl-Heinz Dejung zur monatlichen Konferenz nach Frankfurt eingeladen. Seitdem sind wir uns in unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder begegnet. In den letzten Jahren im Ausschuss Entwicklungsdienst und humanitäre Hilfe und im Finanzausschuss des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung.

Ihr Engagement für eine gerechtere Welt, für Menschenrechte, Klimagerechtigkeit und eine nachhaltige Entwicklung an den unterschiedlichsten Orten dieser Welt hat viele beeindruckt und ermutigt. Oft war es ein Spagat zwischen großer Politik und geduldiger Kleinarbeit in den Dörfern Afrikas und Asiens. Eine unerschütterliche Hoffnung ist ihr Energiegeber und diese Hoffnung hat sie vielen weitergegeben.

Photo: D.Knoche – Si Ma CAI, Vietnam – April 2015

Bei unserem gemeinsamen Besuch bei Partnerinnen und Partnern im Norden Vietnams habe ich vieles gelernt und erlebt, wie solidarisch sie und Brot für die Welt mit den Menschen in den Projekten verbunden war und ist.

Ausgangspunkt ihrer gestrigen Predigt war die Geschichte von der wunderbaren Speisung am See Tiberias kurz vor dem Passah-Fest (Johannesevangelium 6,2-14). Darin hat sie noch einmal ihre Grundüberzeugungen dargelegt, die sie in diesem Amt motoviert haben und die Hoffnung nicht haben verlieren lassen.

„… Ungewöhnlicher ist, dass jemand wie Andreas, der einfach nur Hungrige sättigen will, die Leute befragt: Was habt ihr selbst? Er schätzt deren eigene Potentiale wert. Das machen keineswegs alle ‚Hungerbekämpfer‘. Ihm ist bewusst: Selbst die ökonomisch schwächsten Glieder der Gesellschaft haben etwas zu geben. Sie können zur Lösung der Probleme des Volkes und globaler Probleme ebenso beitragen wie wir. Alle Kinder Gottes verfügen über Gaben. Und alle sind auf Teilen angewiesen – auch wir.“  … Jesus „nimmt das Wenige, was dem Volk geblieben ist, dankt Gott und teilt es! Fünf Brote, zwei Fische – die begrenzten Mittel der Armen: sie spielen in Gottes transformativem Handeln eine Rolle. Gott verleiht ihnen Würde und Kraft. Nichts ist zu wenig, wenn die Menschen in der festen Hoffnung, von Gott gesättigt zu werden, bereit sind, selbst ‚Mehr-Wert‘ daraus zu machen. Wenn man sie etwas damit machen lässt, statt sie ihnen wegzunehmen für die globale Wertschöpfung. Wenn alle sich daran erinnern, dass Ressourcen zur Befriedigung der Grundbedürfnisse niemandem gehören, sondern ein Geschenk Gottes sind. Und darum Gemeingut, zum Nutzen Aller. …“
(vollständige Predigt am Ende des Blogs zum download)

Ihre internationale und nationale Vernetzung und Bedeutung für den kirchlichen Entwicklungsdienst haben unter anderem Dr. Gerd Müller (Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), Dr. Agnes Abuom (Vorsitzende des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen), Dr. Sushant Agrawal (Direktor von Church’s Auxiliary for Social Action India), Emele Duitiuraga (ehemalige Dirktorin von Pacific Islands Association of Non-Governmental Organisations, Fidschi) und Sven Plöger (Meteorloge und Klimaexperte) in Videobotschaften zum Ausdruck gebracht.

Ihre Nachfolgerin im Amt ist Pfrin. Dr. Dagmar Pruin. Bereits im März hat sie das Amt angetreten. Später im Jahr – wenn sich das Leben nach Corona wieder normalisiert hat – wird sie auch öffentlich in ihr Amt eingeführt werden.

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