Gwangju Democratic Uprising – den Opfern des Wiederstand Gedenken

Im Mai 1980 weiteten sich in Gwangju Studentenproteste zu einem Volksaufstand gegen das Militärregime aus. Viele Menschen starben durch das brutale und rücksichtlose Vorgehen des Militärs. Offiziell wird von 154 Opfern und weiteren 70 Vermissten ausgegangen. Aber niemand weiß bis heute genau, wie viele Menschen beim Blutbad in Gwangju im Mai 1980 ums Leben gekommen und irgendwo verscharrt worden sind.

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Pfrin. Susanne Bei der Wieden (stellvertretende Vorsitzende der Synode der EKHN) und Pfr. Wolfgang Prawitz (Mitglied des Kirchensynodalvorstandes der EKHN) an der Gedenkstätte für die Opfer des Maiaufstandes

Wir beginnen unseren ersten Tag in Gwangju mit dem Besuch des Friedhofes der Opfer des Aufstandes und legen an der Gedenkstätte im Rahmen einer kleinen Zeremonie Blumen nieder. Die Gedenkstätte und der Friedhof wurden 1997 eröffnet und die Opfer von ihrer bisherigen Grabstätte  hierher umgebettet. Das Militär hatte die Opfer am Rande der Stadt außerhalb des städtischen Friedhofes auf einem Feld verscharrt.

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Die Gedenkstätte wirkt pompös und zugleich beeindruckend. Die Ermordeten haben Gräber in Reih und Glied. Diese erinnern an Soldatengräber, die Steine nur unterschieden durch die Symbole der jeweiligen Religionszugehörigkeit. Drei Teile hat der Friedhof: der eine für die unmittelbar im Mai 1980 ermordeten, der zweite für die an den Folgen, auch an den Folgen weiterer Folterung Verstorbenen sowie für Angehörige beider Gruppen. Und ein dritter Teil für die, deren Leichen verschwunden und bis heute nicht aufgetaucht sind. Insgesamt etwa 4.000 Grabstätten.

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Zentraler Punkt der Gedenkstätte ist der 40 m hohe Memorial Tower. Zwei gefaltete Hände, die zum Himmel ragen und ein Ei halten. „The folded hands in the middle of the pillars and the egg shape in the centre combine to symbolize the resurrection of life, and the reflection of the sunlight from the Tower represents the seed of hope”, wird uns erklärt.

Eindrucksvoll sind auch die Bildzeugnisse im dazugehörigen Museum. Sie machen deutlich, wie breit die Unterstützung aus der Bevölkerung selbst war: die Marktfrauen, die für alle gekocht haben, die Gewerkschafter und Arbeiter, die die Studenten in ihrem Marsch unterstützt haben. So soll die Gedenkstätte mit dazu beitragen, die Erinnerung an den Aufstand des Volkes wach zu halten und die Menschen in ihrem Einsatz für die Demokratie zu stärken. Es war ein langer Prozess in Korea bis zur Demokratie. Aber oft ein sehr friedlicher Prozess. 1997 wurde schließlich dann auch der Oberbefehlshaber des Massakers von Gwangju auf Druck der Bevölkerung zur Rechenschaft gezogen und zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Zu Fuß gehen wir zu dem in etwa 500 m Entfernung gelegenen ursprünglichen Gräberfeld auf dem die Militärs ihre Opfer verscharrt hatten. Bis heute ist er für viele Menschen ein wichtiger Gedenkort geblieben und auch nach der Umbettung werden die Gräber an dieser Stelle weiter gepflegt. In einigen Fällen haben die Angehörigen auch einer Umbettung nicht zugestimmt. Die Gräber sind hier zum Teil sehr persönlich hergerichtet: unter Glasvitrinen befinden sich u.a. persönliche Gegenstände der Ermordeten, Bilder und Andenken, die dem Besucher und der Besucherin die Toten näher bringen. Ein uns tief beeindruckender Ort.

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