Heute stand die Pyrenäenüberquerung an. Der Weg begann im Wolkennebel und hatte schon eine eigene mystische Stimmung.
Für den Aufstieg war das Wetter sehr angenehm. Im Wolkennebel zu laufen hat schon etwas besonderes. Man hört, dass irgendwo andere Pilger auf dem Weg sind und plötzlich tauchen sie aus dem Nebel vor einem auf, wenn man selbst schneller ist oder überholen plötzlich von der Seite, wenn man langsamer ist. Man hört „Kuhglocken“ und überraschend tauchen aus dem Nebel Pferde auf, die die Glocken tragen. Mir geht ein Gesang durch den Kopf den ich beginne zu meditieren: „Wechselnde Pfade, Schatten und Licht, alles ist Gnade, fürchte dich nicht.“ Wir singen ihn in unseren Abendmahlsgottesdiensten wenn ich mit Kollegen zum Pilgern unterwegs bin.
Und dann beginnen langsam die ersten Sonnenstrahlen durchzubrechen, bis ich schließlich über den Wolken bin. Eine beeindruckende Erfahrung und tolle Bilder.
Der erste Pass Col de Bentarte mit 1.320 m liegt an der französisch-spanischen Grenze und der höchste Punkt der Pyrenäenüberquerung mit 1.442 m in Spanien. Nach weiteren 8 km und steilen Abstiegen über Roncesvalles erreiche ich mein heutiges Ziel Burguete.


